International

Undurchdachter Kurz-Vorschlag versetzt ganz Georgien in Unruhe

Außenministerium

Man nehme einen undurchdachten Vorschlag, reichere ihn mit falschen Fakten an und – voilá! Ein ganzes Land gerät in Unruhe.

So geschehen Außenminister Sebastian Kurz. Er erklärte in einem Interview mit der deutschen Tagesschau, er wolle Flüchtlingslager an den EU-Außengrenzen errichten, zum Beispiel in Georgien.

Eine willkommene Steilvorlage für russische Fake-News-Seiten. Kolokolrussia.ru nutzte den undurchdachten Vorschlag und titelte: „Die USA bereiten ein Terroristennetz in Georgien vor“. Demnach fordere die EU von Georgien, Flüchtlinge aufzunehmen. Dies sei der Preis dafür, dass georgische Bürger ab dem Frühjahr ohne Visum in die EU einreisen dürfen.

Die Falschmeldung fiel in Georgien auf fruchtbaren Boden. In den sozialen Medien dominierte der Kurz-Vorschlag mehrere Tage lang die Newsfeeds, Foren und Diskussionen. Kritiker einer Annäherung Georgiens an die EU sahen sich darin bestätigt, dass die Union Georgien schade und Kultur sowie Traditionen des Landes zerstören werde.

Nachdem sich die Aufregung nicht legte, musste schließlich der österreichische Botschafter in Georgien ausrücken, um zu bestätigten, dass Kurz‘ Vorschlag „nur eine Idee“ sei.

Die Debatte ebbte daraufhin ab. Doch eine Annäherung Georgiens an die EU ist damit schwieriger geworden, das Vertrauen der Bevölkerung ist angeknackst.

 

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