Politik

„Trend“: Kurz befahl Mitterlehner, Kanzler Kern zu attackieren

Nach dem überraschenden Rücktritt von Reinhold Mitterlehner brodelt die Gerüchteküche über seine Beweggründe.

Jetzt sorgt ein Bericht des Magazins „trend“ für Aufsehen. Dieses liefert eine bemerkenswerte Chronologie der Ereignisse, die zu Mitterlehners Rücktritt geführt haben sollen. 

Demnach versuchte das Lager um Sebastian Kurz seit Ende April, mithilfe kruder Mittel wie des Anti-Kern-Pamphelts sowie durch Attacken von Wolfgang Sobotka die SPÖ zum Brechen der Koalition zu bewegen und Neuwahlen auszulösen.

Als Konsequenz wollte Mitterlehner den „Störenfried“ Sobotka loswerden. Dies scheiterte jedoch am Widerstand der ÖVP-Länderchefs.

Dann eskalierte die Lage. In einem Vier-Augen-Gespräch am Montag zwischen Mitterlehner und Kurz sollte eigentlich eine geordnete Übergabe des Obmanns-Posten diskutiert werden.

Doch Sebastian Kurz wollte seinem Parteichef Mitterlehner stattdessen seine Bedingungen diktieren, wie sich dieser bis zu seinem Rücktritt verhalten solle. Vor allem sollte Mitterlehner ebenfalls scharf gegen Kanzler Kern schießen und die Koalition torpedieren. 

Mitterlehner lehnte laut „Trend“ jedoch ab, er kooperiere gut mit Kern.

Aus Rache wollte das Lager um Kurz dann für Mittwoch Geschichten vom „Sesselkleber Mitterlehner“ lancieren – da hatte dieser dann am Mittwoch die Nase voll und trat den Rückzug an.

Nur der Kanzler, der Bundespräsident sowie einige Vertraute waren eingeweiht.

Abrechnung

Bei seiner Abschiedsrede rechnete Mitterlehner mit seiner Partei ab. „Ich bin kein Platzhalter, der auf Abruf – bis irgendjemand Zeitpunkt, Struktur oder Konditionen festlegt – agiert“, meinte er, offenbar an Kurz gerichtet.

„Es ist meiner Meinung nach unmöglich, einerseits Regierungsarbeit zu leisten und gleichzeitig die eigene Opposition zu sein. Das ist ein Paradoxon.“

Bisher gelang es Kurz geschickt, sich in der Öffentlichkeit aus den Streitereien innerhalb seiner Partei scheinbar rauszuhalten. Doch spätestens jetzt wird das nicht mehr gelingen. „Trend“ zitiert einen ÖVP-Grande, der unverhohlen grummelt: „Wenn Kurz jetzt kneift, ist er politisch tot.“

2 Kommentare

2 Comments

  1. Chris

    12. Mai 2017 um 5:00

    „Nur der Kanzler, der Bundespräsident sowie einige Vertraute waren eingeweiht.“
    aber der Trend natürlich auch?!

  2. BACH Ernst

    12. Mai 2017 um 6:13

    KURZ schießt MITTERLEHNER ab und lässt gleichzeitig ausrichten, dass er (Zitat) “ diese Partei in diesem Zustand nicht übernehmen will“… Zu dem o. a. Bericht und dem Zitat vom KURZ denkt sich nur der Schelm etwas böses (Sarkasmus)
    Ehrlich gesagt, hat sich wohl KURZ und der revoltierende Teil der ÖVP ein Eigentor mit dieser Aktion geschossen, da jetzt eine „chaotische“ und nicht ganz glaubwürdige Übergabe stattfindet;
    Kurz ziert sich mit der Übernahme und will seine Position mit vielen Rechten stärken – da werden wohl die Länderchefs auch nicht mitspielen; wer verliert gerne an Macht – nun mal sehen wie das weitergeht

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