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Le Pens Vater kam 2002 auch in Stichwahl – und scheiterte kläglich

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Wie erwartet, schaffte es die Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Wahl in Frankreich in die Stichwahl. Dort muss sie in zwei Wochen gegen den parteilosen Liberalen Emmanuel Macron antreten, der gestern als Sieger hervorging.

Die Situation weckt Erinnerungen an das Jahr 2002.

Damals schaffte es Le Pens Vater, Jean-Marie Le Pen, völlig unerwartet als Zweitplatzierter (16,86 %) in die Stichwahl gegen Jacques Chirac (19,88 %).

Die Wahl 2002 glich einem politischen Erdbeben. Viele Franzosen stellten sich die Frage, wie es ein verurteilter Holocaustleugner in die Stichwahl schaffen konnte. 

Doch der Schock einte ganz Frankreich zu einer Allianz gegen Jean-Marie Le Pen. Sowohl linke als auch bürgerliche Kräfte halfen zusammen, damit das Land nicht in die Hände eines Rechtsextremen fällt.

Zwei Wochen später folgte das nächste Erdbeben, doch diesmal wurde das Gegenlager erschüttert. Le Pen erhielt nur 17,79% der Stimmen und damit so wenige wie noch nie ein Kandidat in der Geschichte Frankreichs vor ihm.

Jacques Chirac ging als strahlender Sieger hervor und wurde mit 88,21% der Stimmen wiedergewählt.

Marine Le Pen chancenlos?

Das seine Tochter Marine den Negativrekord ihres Vaters brechen kann, gilt als unwahrscheinlich. Denn im Vergleich zu ihm gilt sie als gemäßigter und kann damit größere Teile der Wählerschaft erreichen.

Dennoch zeichnet sich eine Wiederholung der Vorgänge aus dem Jahr 2002 ab. Der sozialdemokratische Francois Hollande kündigte bereits eine Wahlempfehlung für Marine Le Pens Gegenkandidaten Macron an. Zahlreiche andere Politiker schlossen sich ihm an. 

Nur knapp ein Fünftel der wahlberechtigten Franzosen gaben Le Pen gestern ihre Stimme.

Weiteres starkes Indiz gegen Le Pens Wahlsieg: Sie war gestern nicht stärker als in den Umfragen. Die Meinungsforscher lagen richtig, und damit sinkt auch die Chance, dass in zwei Wochen etwas schiefgeht.

Ein Wahlsieg in zwei Wochen gegen den liberalen Macron gilt als praktisch ausgeschlossen.

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