Politik

Kurz probiert es wie Haider

“haider_4” by Report Verlag is licensed under CC BY-SA 2.0

126 Mal. So oft hat Sebastian Kurz bei seiner 40 Minütigen Parteitagsrede in Linz „ich“ gesagt. Also mehr als drei Mal pro Minute. Kein Wunder, dass die Süddeutsche Zeitung die ÖVP unter Sebastian Kurz als „Ich AG“ bezeichnet.  Neben Kurz‘ „ich“ war in seiner Rede an neuen Plänen nichts zu hören. Höhepunkt der Ausführungen war die alt bekannte Forderung nach der „Schließung der Mittelmeerroute“. Freilich ohne hinzuzufügen, wie das konkret geschehen sollte.

Kurz gab der ÖVP eine neue Farbe (Türkis) und nennt die Partei jetzt eine „Bewegung“. Deshalb wird Peter L. Eppinger, der frühere Ö3-Moderator – auch „Bewegungssprecher“ genannt.

Diese Inszenierung kommt Kennern der politischen Zeitgeschichte bekannt vor. Tatsächlich war es Jörg Haider, der im Jahr 1995 seine FPÖ in eine Bewegung umwandeln wollte. Die Partei FPÖ wurde zur „F-Bewegung“, das hat schon damals cool geklungen. Am Status als politische Partei wurde aber nichts geändert, sonst hätte man Parteienförderung und andere Zuwendungen verloren.

Mit Haiders „Bewegung“ war es schon bald vorbei. Er kehrte reumütig zur Bezeichnung Partei zurück. Auch sein 2005 gegründetes „BZÖ“ ist als Partei statuiert worden. Es gibt aber schon einen großen Unterschied zwischen Haider und Kurz: Haider hat nicht ständig „ich“ gesagt, sondern von sich selbst in der dritten Person gesprochen.

Übrigens: Kurz ist am letzten Samstag in Linz mit 98,7 Prozent zum „Bewegungsführer“ gewählt worden. Reinhold Mitterlehner hat am 8. November 2014 sogar 99,1 Prozent der Delegiertenstimmen als neuer ÖVP-Vorsitzender geschafft.

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