Politik

Kickls Chuzpe

Parlamentsdirektion/PHOTO SIMONIS

Da gibt sich HC Strache so viel Mühe, um die deutschnational-antisemitischen Strömungen in der FPÖ unsichtbar zu halten und dann das: Zuerst gibt FPÖ-Abgeordneter Johannes Hübner zum Gaudium seines rechtsextremen Publikums auf Einladung einer Gruppe ein verschwörerisches Weltbild wieder – samt antisemitischer Codes. Und dann kommt FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl und behauptet, Hübner hätte es gar nicht so gemeint. Es wäre alles eine – richtig geraten – Verschwörung. „Es werde damit jedem Beobachter klar, dass es sich um eine von langer Hand geplante Negativkampagnisierung der in den Seilen hängenden SPÖ handle„, so Kickl. Um nachzulegen: Die SPÖ lasse „ihren Wahlkampf seit Monaten von einem Experten für Negativ-Campaigning steuern“.

Kickl verweist damit auf den aus Israel stammenden Tal Silberstein, der im Wahlkampfteam von Bundeskanzler Christian Kern mitwirkt. Warum Silberstein ein Experte für Negativ-Campaigning sein soll,  sagt Kickl nicht.

Zusammengefasst ist folgendes geschehen: Ein FPÖ-Abgeordneter „unterstellt“ dem „Vater“ der österreichischen Bundesverfassung, Hans Kelsen, eine jüdische Abstammung. Danach behauptet sein Generalsekretär, die ganze Geschichte sei eine politische Verschwörung eines Mannes jüdischer Abstammung, der für den Bundeskanzler arbeitet. Das nennt man Chuzpe.

Übrigens: Der Ö1-Journalist Stefan Kappacher geht in seinem Bog „Gehört gehört“ auf die Chose ein: „Den Audio-Mitschnitt kann jedermann mit diesem Bestellschein um 8 Euro zuzüglich Versandkosten erwerben. An der Stelle, wo Hübner antisemitische Anspielungen in Zusammenhang mit Hans Kelsen macht, dem Vater der österreichischen Verfassung – da ist deutlich Gelächter aus dem Publikum zu hören.“

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