Politik

Hälfte von Straches Ministerkandidaten heute entweder im Gefängnis oder im Politik-Exil

2011 präsentierte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache stolz sein „Zukunftskabinett“: Eine Liste von Namen, die in einer FPÖ-Regierung unter ihm als Kanzler ein Ministeramt übernehmen könnte.

Doch wenn Strache noch genug Personal für eine Regierung aufstellen will, muss er sich beeilen. Denn heute befinden sich von den Personen auf der Liste bereits die Hälfte entweder im Gefängnis, oder sie mussten die Politik aufgrund diverser Verfehlungen bereits verlassen.

Wie etwa Harald Dobernig. 

Foto: Büro LR Dobernig

Ihn nannte Strache im Jahr 2011 als möglichen Finanzminister. Seine Fähigkeiten im Umgang mit Steuergeld hat er bereits umfassend bewiesen. Denn heute sitzt er wegen Untreue in Haft. Vergangenen Herbst wurde er in der Causa Birnbacher zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Auch in der Causa um die BZÖ-Broschüre wurde er bereits nicht rechtskräftig verurteilt.

Auch Straches Wunsch-„Innenminister“ Martin Graf steht heute für ein solches Amt nicht mehr zur Verfügung.

Seine Karriere wurde von zahlreichen Affären begleitet, etwa um die Gertrud-Meschar-Privatstiftung. Auch sein Naheverhältnis zum Rechtsextremismus ist bekannt. So beschäftigte er etwa einen Mitarbeiter, der bei rechtsextremen Versandhändlern bestellte und als Lieferadresse „Ostmark“ angab.

Nachdem immer mehr Vorwürfe aufkamen, kündigte Graf schließlich seinen Rückzug aus der Politik an. „Ich werde von den Linken verfolgt“, meinte er zum Abschied.

Weiter geht es mit Andreas Mölzer.

Foto-AG Gymnasium Melle/CC-BY-SA 3.0

Strache sah ihn für den Posten des Außenministers vor. Doch im Jahr 2014 bezeichnete Mölzer die EU als „schlimmer als das Dritte Reich“ und hetzte gegen David Alaba. Das war sogar für die FPÖ zu viel, die ihn aus dem Rennen um das EU-Parlament nahm und ins Politik-Exil schickte.

Auch um die übrigen Namen auf der Liste sieht es nicht gut bestellt aus. Die mögliche „Sozialministerin“ Barbara Rosenkranz musste die Politik nach einer Wahlniederlage im Jahr 2013 verlassen. Der Wiener FPÖ-Chef Johann Gudenus hat innerparteilich ein schlechtes Standing, seit Van der Bellen im Dezember 2016 ganz Wien erobern konnte. 

Übrig bleiben damit nur mehr „Innenminister“ Harald Vilimsky, Barbara Kappel, Herbert Kickl und Peter Fichtenbauer.

Wird wohl Zeit für Strache, sich ein neues Zukunftskabinett auszudenken…

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