Politik

Erdogan: Nirgendwo gibt es unabhängige Medien

Wikimedia Commons / Пресс-служба Президента Российской Федерации

„Ich glaube nicht, dass es „unabhängige Medien“ irgendwo in der Welt überhaupt gibt. Sie sind alle – egal ob Print oder TV – abhängig, entweder ideologisch oder sie verfolgen ihre eigenen Interessen. Gäbe es unabhängige Medien, hätten wir alle unsere Probleme ja gar nicht. Wir sehen die Dinge ganz klar: Sie hängen ihr Mäntelchen in den Wind, je nachdem, woher der gerade bläst. Die deutschen Medien sind da gar nicht anders. Niemand kann sagen, das stimmt gar nicht. Wir wissen sehr wohl, das es so ist.“ 

In einem bemerkenswert offenen Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärt der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Weltsicht. Für ihn gibt es nicht nur keine korrekten Medien, er stellt auch Zusammenhänge her, die nur für ihn selbst klar sind: „Wenn sie sagen, dass Tausende Gefangene in unseren Gefängnissen sind und dass diese ihre Jobs verloren haben, dann müssen sie auch sagen: Als West- und Ostdeutschland wiedervereint wurden, wissen sie, wie viele Menschen ihre Jobs verloren haben? Mehr als 500.000!“

Erdogan meint auch, SPD-Chef Martin Schulz verhalte sich ideologisch und inkorrekt, wenn er darauf bestehe, dass Journalisten, die kritisch über Erdogan berichtet haben, frei gelassen werden sollen. „Ich meine, er wird dadurch die Unterstützung der Türken in Deutschland verlieren“. 

Dieses Interview ist erhellend. Denn es lässt vermuten, dass Erdogan das Konzept eines unabhängigen Journalismus nicht geläufig ist. Nur logisch, dass er ausländischen Medien vorwirft, ihn ideologisch motiviert zu kritisieren.

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